Der Centurio - Vom Anfang bis zum Ende

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    • Der Centurio - Vom Anfang bis zum Ende

      Einige kennen sie, meine Geschichte, andere nur zum Teil und wieder andere, gar nicht.

      Wir schreiben das Jahr 108 n. Chr...
      Es begann alles in Rom, in der Hauptstadt des mächtigen römischen Reiches, ich wuchs in höherem Hause auf und man gab mir den Namen Justêcus Egnatius.
      Mein Vater Macros Egnatius war ein Kriegsherr aus dem Oströmischen Reich, zugleich der Standartenträger der Legio IX Hispana, meine Mutter Besitzerin einer
      Bibliothek in der Mitte von Rom. Die Nähe zum Senat gab uns mein Onkel Gracchus, der Mitglied im römischen Senat war. Ich hatte aber auch noch einen
      älteren Bruder namens Lucius, er lehrte mir früh das Kämpfen, dennoch hatte ich nicht viel von ihm, denn er war oft als heimischer Legionär in Rom unterwegs und ist
      bei seinem ersten Feldzug mit seiner Legion im Süden gefallen, so hieß es in der Feldpost.

      Es vergingen ein paar friedliche Jahre in Rom, eine fabelhafte Jugend. Nach der schulischen Bildung begann ich meine Ausbildung zum Legionär und nach Ende dieser war
      ich Teil einer kleinen Kohorte, die für Frieden in der eigenen Hauptstadt sorgte. Mit der Zeit stieg ich auf zum Centurio und führte eine heimische Centuria, eine kleine Hundertschaft.



      Wie bereits gesagt, mein Vater war meist auf Feldzügen, daher kannte ich ihn auch kaum und bin zum größten Teil bei meiner guten Mutter und bei meinem Bruder aufgewachsen,
      dennoch spürte ich eine gewisse Bindung zu meinem Vater. Eines Tages erreichte uns eine weitere Feldpost in der es hieß:

      ..."Macros Egnatius, Standartenträger der Legio IX Hispana ist im Kampf gegen die Pikten in Britannia für Rom gefallen..."


      Nun, mein Vater ist im Krieg gefallen, Trauer verspürte ich kaum, eher Hass. Der Tod meines Vaters hat meine Mutter mitgenommen, darum war ich einige Wochen
      zuhause und habe ihr unter die Arme geholfen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich an jenem Tag Wacht auf der Straße hielt, an dem Tag wo die neunte Legion zurückkehrte,
      es war fast nur ein kleines "Grüppchen" im Vergleich zu vorher und viele Verwundete wurden von den Pferden getragen.

      Aus inneren Quellen habe ich gehört, dass von 8000 Mann nur 2000 zurückkehrten, der Kaiser rief es dennoch als einen Sieg aus, wie auch sonst...eine Niederlage würde die Moral des Reiches schwächen.
      Wieder vergingen einige Jahre, nun wollte man aber die neunte Legion neu formieren, nach so vielen Verlusten, da der Legatus der Legion ebenfalls gefallen ist, gab es auch keinen Anführer mehr.
      Der Senat hat einen Befehlshaber gesucht, einen Legatus...mit der Hilfe meines Onkels wurde ich zum Befehlshaber der Legio IX Hispana genannt, aber ich war Centurio und hatte keine Ausbildung zum Legatus,
      darum habe ich meine Gattung beibehalten, dem Senat hat dies wohl nicht sonderlich gestört.

      ...weitere Jahre vergingen...

      Man wollte nach der vermeintlichen Niederlage im Norden ein Echo ausrufen, einen großen Feldzug starten. Auch die Neunte wurde ausgerufen in den Norden zu ziehen, unter meiner Führung.
      Wir hatten alles bei, was man sich wünschen konnte, von Ballisten bis zu Triboken, aber auch Materialien um Garnisionen zu errichten.
      Es war ein Feldzug voller Hass und Zorn, man wollte Rache üben, vor allem ich für meinen Vater. Wir haben eine Kelten Feste nach der anderen runter gerissen, wir hatten keine Furcht.

      Irgendwann erreichten wir den Hadrianswall, ein Bau in Auftrag gegeben durch Kaiser Hadrian, acht Jahre Bauzeit, eine Länge von 117 Kilometern und eine Höhe von fünf Metern, er erstreckte an der Grenze
      im Norden Britanniens, jedoch war er nicht zur Abwehr von Invasionen gebaut, eher um den Handels- und Personenverkehr zu kontrollieren.




      Die Männer dort waren bleich, haben ein Lächeln kaum heraus bekommen, das ist das Resultat, wenn man täglich nur ins Ödland blickt und den Wall zu Gesicht bekommt.
      Sie wussten von gar nichts, keiner hatte ihnen gesagt, dass ein Feldzug beginnt, sie waren sehr überrascht drei Legionen auf dem Vormarsch zu sehen...etwas anderes als passierende Händler.

      Von dort an waren wir im Gebiet der Pikten, ein grausames Volk...sie kennen den Norden besser als wir und machen vor nichts Halt.

      Auf dem Weg durch die Wälder zog ein dichter Nebel auf, man konnte die Hand nicht mehr vor Augen sehen...
      Nun, das waren die letzten Erinnerungen, seitdem bin ich im Exil, in einer Welt, die mir ungewiss ist...ich treffe Leute aus anderen Welten, aber auch ein paar aus meiner "runden" Welt.
      Mein Ziel ist es, eine funktionierende Zivilisation auf die Beine zu stellen und jene zur Rechenschaft zu ziehen, die Zwietracht im Land säen.


    • Die Zeit ist voran geschritten, Freundschaften wurden geschlossen, man ist in dieser "neuen" Welt langsam heimisch geworden...
      Auch die zweiwöchige Reise in den weiten Süd-Osten zu den Hispaniern ist vollendet. Eine neue Kultur hat das Land erreicht, eine Kultur, die fast unserer gleicht.



      Nun tauchen weitere "Verbannte" aus dem Reich auf, erst vor ein paar Tagen traf ich überraschend einen Mann aus der Legio V Alaudae mit seinen Leuten, sie durchstreiften den Norden.
      Wie sie hier gelandet sind, ist ungewiss.

      Ebenfalls wird der Bau der Akropolis fortgesetzt, dieser ist noch nicht fertiggestellt, jedoch stehen die Türen bereits für jedermann offen.
      Der Marmor benötigt seine Zeit, auch die Außenanlage ist zum Teil noch Rohbau, schließlich haben wir hier keine Sklaven, die unsere Kultur beherrschen.
      Die Wahl der Richter in der Akropolis war ein erster Erfolg, aber auch eine Eröffnung wird folgen.



      Adhuc tua messis in herba est!
      (Noch ist die Ernte auf dem Halm!)
    • Wo ein Anfang ist, muss auch ein Ende sein


      "An jenem Abend bestellte ich mein letztes Feuerwasser in der Taverna von Amunet,
      meine Geschichte war geschrieben und auch ich verlor die Lust weiter ein Leben im Exil zu führen.

      War es doch nicht, wie man es sich einst vorgestellt hatte? Erlag ich der Sehnsucht zur Heimat?

      In der doch sehr langen Zeit, welche ich im Exil verbracht hatte lernte ich eine Vielzahl an fabelhaften Leuten

      kennen und auch dunkle Gestalten. Die zwei wichtigsten Personen, welche mir sehr früh begegnet sind waren
      der Altkönig Muhli und sein Diener Flex, zusammen haben wir einst mit dem Bau einer prachtvollen Feste die
      Königslegion ins Leben gerufen.

      Ich habe in diesen Landen sehr viele Erfahrungen gesammelt, Geschichten erlebt und auch versuchte ich meine
      Kultur in diesen doch so fremden Landen auszubreiten. Zuletzt beschäftigte ich mich mit dem peloponnesischen
      Krieg.

      Die meisten Freunde oder auch für mich wichtigen Personen haben das Exil bereits früher verlassen und nun ist
      es auch für mich an der Zeit, meinen inneren Frieden zu finden...

      Wenn es die Götter so wollen, wird die Akropolis in Staub zerfallen.


      "Ängstigt euch nicht vor dem Tod, denn seine Bitterkeit liegt in der Furcht vor ihm." ~Sokrates

      Valete, lebt wohl...
      gez. Der Centurio"

      Die Spuren von Justecus verloren sich im Norden, dieser Brief war das Letzte, was man von ihm fand...